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Mythos Frühlingsgefühle

Warum viele Hunde auch im Mai noch aus dem Gleichgewicht geraten.

Frühjahr, Sonne, Wärme – ausgedehnte Gassirunden sind jetzt keine Pflichterfüllung mehr sondern werden zu purem Genuss. Doch die Freude währt nicht lange, viele Hunde sind wie ausgewechselt – Leine zerren, bellen, ungehorsam… das Resultat: Frust an beiden Leinenenden.
Lerne das Phänomen mit seinen Ursachen besser kennen, lass uns mit dem Mythos „Frühlingsgefühle“ aufräumen und finde heraus wie Mensch und Hund wieder in ihr Gleichgewicht finden.

Die plötzliche Unruhe und der Ungehorsam werden häufig den frühlingsbedingten Veränderungen und der damit einhergehenden Partnersuche zugeschrieben. Doch Hündinnen können ein bis zwei mal pro Jahr in ihrem eigenen Rhythmus läufig werden. Im Vergleich zu vielen Wildtieren, die jetzt aktiv sind sind Hunde in ihrem Fortpflanzungsverhalten nicht an Jahreszeiten gebunden. Allerdings aktiviert der viele Wildverkehr die sensible Hundenase – Jagdlust kommt auf und da kann der Mensch am anderen Leinenende schon einmal in Vergessenheit geraten.

Reizüberflutung und Stresssytem
Zudem weckt die Sonne und Wärme auch in uns Menschen einen Aktivitäts- und Geselligkeitsdrang. Die Stadt ist plötzlich voller Lebendigkeit und Bewegung. Häufigere Hundebegegnungen, Jogger, Radfahrer, laute Kinder und viele Gerüche fordern unsere Hunde, deren Stresssystem alleine schon durch die körperlichen Belastungen des frühlingsbedingten Fellwechsels belastet ist und damit umso anfälliger ist. Besonders junge Hunde überfordert die plötzlich entstandene Dichte an Reizen und Lautstärke in der Stadt was zu ungehaltenem Verhalten und einer sehr geringen Konzentrationsspanne führt.

Temporegulierung bringt Erleichterung
Strafe verstärkt die Anspannung und das Stressgefühl, stattdessen ist Unterstützung durch Einfühlungsvermögen und Entschleunigung angesagt. Nützlich sind stimmungsregulierende Futtersuchspiele, ausreichend Ruhe und Schlaf, entspannende Massagen und ein Mensch der selbst in seiner Mitte ist. Statt stundenlangen Spaziergängen durch den Park empfehle ich verkürzte „Schlenderspaziergänge“. Ein verlangsamtes Tempo entschleunigt nicht nur den Menschen und ermöglicht den bewussten Blick auf die blühende, duftende Schönheit des Frühlings sondern ermöglicht vor allem dem Hund mehr entspannte Schnüfffelzeit und eine ruhigere Wahrnehmung und Verarbeitung der vielen Reize. Das entlastet das Stesssystem und fördert Entspannung.

Das Problem an der Wurzel packen
Bei mir werden Hundehaltende in Wien und Niederösterreich neben alltagspraktischen Trainingsmethoden für den Hund auch in Selbstreflexions- und Achtsamkeitsübungen geschult. Als ehemalige Sozialarbeiterin vereine ich klassisches Hundetraining mit Bewusstseinsarbeit. Denn Hundetraining muss ursachenbasiert betrachtet werden und ist in erster Linie Menschencoaching. Auf diese Weise können Hundehaltende die Probleme mit ihrem Hund noch nachhaltiger lösen und Hund und Mensch wieder in freudvolle Gelassenheit finden und gemeinsam wachsen. 

 

Kostenloser Vortrag: Stress? Gelassenheit finden!